Dr. Kilian Doyle

Renowned Irish Psychiatrist from Dublin

Description:

Mit stets zurückgekämmtem, rabenschwarzen Haar und eindringlichen eisblauen Augen, die von einer Brille umrahmt sind, mag Kilian auf den ersten Blick durchaus ernst und reserviert wirken. Der hochgewachsene Ire ist schlank in Statur und für gewöhnlich in feine Kleidung, die seinen Status symbolisiert, gehüllt.

Entgegen seiner adretten Erscheinung gibt er sich außerhalb der Arbeit gelassen und scheint einen Hang zu unterschwelligen, zweideutigen Anspielungen zu haben, sich seiner offensichtlichen Anziehungskraft sehr wohl gewahr. Da er den menschlichen Geist und alles, was mit ihm zusammenhängt, sein Spezialgebiet nennt, ist es ihm ein leichtes Menschen ‘um den Finger zu wickeln’. Was er zuweilen auch fast schon schamlos ausnutzt.

Was nicht bedeutet, dass er kein Gentleman sein kann! Im Gegenteil – wenn es die Situation verlangt ist er an Charme und Höflichkeit kaum zu übertreffen. Alles in allem nennt der Einunddreißigjährige eine recht zwiegespaltene Moral sein Eigen.

Ebenso stilvoll wie seine Gewänder ist seine präferierte Waffe – ein eleganter Gehstock mit einem versteckten Rapier im Inneren. Gegnern aller Art – egal ob übernatürlich oder nicht – begegnet er meist mit der getreuen Klinge. Vielleicht nicht die effektivste Waffe, um einen Hyde oder einen Werwolf in Stücke zu fetzen, doch sicherlich eine Waffe eines betuchten ‘Gentlemans’ würdig.

Auch führt er meist ein kleines Notizbuch mit sich, in dem er stetig Dinge vermerkt, wohl darauf bedacht, dass niemand sonst einen Blick auf sie erhascht. Mit aufmerksamem Blick studiert er seine Gefährten und versucht im Bilde über ihre mentale Gesundheit zu bleiben.
Trotz gelegentlichem ausschweifenden Verhalten kann man ihm nicht vorwerfen, dass er sich nicht um die Mitglieder seiner Loge sorgt – oder zumindest rein psychologisches Interesse an den teils äußerst kuriosen Gestalten zeigt.

Bio:

Als Sohn einer reichen Familie verbrachte der junge Kilian seine Kindheit wohlbehütet in einem imposanten Herrenhaus am Rande Dublins, nahe eines Waldes. Als einziger Sohn und jüngstes von zwei Kindern (er besaß noch eine große Schwester) war er es gewohnt auf Händen getragen zu werden.
Da ihm praktisch jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wurde, ist es sicher nicht schwer sich vorzustellen, dass dem so einige charakterliche Defizite entsprangen.
Bemerkbar machten sie sich vor allem, als der Junge die Pubertät erreichte. Das Geld seiner Eltern mit beiden Händen sinnbildlich zum Fenster hinauszuschmeißen schien ihm Freude zu bereiten, wie nichts anderes auf der Welt. …Nichts, außer vielleicht Frauen zu beeindrucken. Anstatt seinen priviligierten Status in der Gesellschaft zu Bildungszwecken zu nutzen, wie seine ihm vollkommen unähnliche Schwester, vertrieb er sich die Zeit lieber mit unsittlicheren Dingen und zwanglosen Liebeleien. Ihn in die Schranken zu weisen hatte seine Verwandtschaft schon lange aufgegeben. Was sollten sie auch sagen, führten sie doch einen nicht unähnlichen Lebensstil?

In diesen Verhältnissen, zwischen ausschweifenden Festen, teuren Gewändern und nicht minder kostenspieligen Spirituosen, wuchs Kilian zu einem ansehnlichen jungen Mann heran. Scheinbar einen Skandal nach dem anderen verursachend.

All dies fand jedoch ein abruptes Ende als er eines Nachts am Rande des Waldes, der an das Grundstück der Doyles grenzte, seine neue Errungenschaft zu einem ‘Piknik’ einlud. Denn während das junge Paar gerade die Speisen der gehobenen Gesellschaft im nahezu magischen Schein des Vollmondes genoss, ihrer Umgebung völlig ungewahr, schlich sich von hinten ein Werwolf an, der zuvor den Wald durchstreift hatte und durch den Geruch des Essens und von ihren Stimmen angelockt wurde.
In dieser schicksalshaften Nacht verlor der junge Mann nicht nur seine Geliebte – auch sein Verhalten sollte sich von Grund auf ändern. Er hatte mitansehen müssen, wie das Mädchen von einer wilden Bestie, die er bis dahin höchstens für ein Schauermärchen für Kinder gehalten hatte, brutal ermordet wurde. Als ihr Blut bis in sein Gesicht spritzte, schien sich sein überforderten Gehirn wieder einzuschalten und er nahm Reißaus. Und überlebte unversehrt. Zumindest körperlich.

Die darauffolgende 180°-Wendung in seinem Leben sollte für die, die ihn kannten, ebenso mysteriös sein, wie das verschollene Mädchen.

Er wandte sich dem Studium des menschlichen Geistes zu, in der Hoffnung sein eigenes Trauma zu überwinden und zu verstehen, was genau er dort mitangesehen hatte.
Doch es sollten erst Jahre verstreichen, bevor er eine Antwort auf all seine Fragen bekam.
Mit der Zeit hatte er es geschafft den Vorfall beinahe vollkommen aus seinem Bewusstsein zu verdrängen. Er war inzwischen ein angesehener Psychiater geworden. Und obgleich er dieser Tage weitaus kürzer trat als früher – selbst der Werwolfangriff hatte ihm auf lange Sicht seine leicht extravagante Ader nicht komplett nehmen können. Auch wenn er sich durchaus gebessert hatte.

Als er eines Tages mit einem besonderen ‘Fall’ betraut wurde, änderte sich sein Leben erneut schlagartig. Merkwürdig gekleidete und bewaffnete Gestalten drangen in seine Praxis ein, einen der Ihren hinter sich her schleifend an eisernen Hand- und Fußfesseln. Er schien dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein; konnte sich kaum noch kontrollieren.
Nach einer hinter verriegelten Türen geführten Unterhaltung erfuhr auch Dr. Kilian Doyle von den sogenannten ‘Rippern’. Und den Folgen von RipperTech. Eine Dubliner Loge hatte gerade ihn auserkoren, sich fortan um ihre an den Folgen des Verstandsverlustes durch RipperTech leidenen Mitglieder zu kümmern.
Nach einigen Monaten hatte der Doktor jedoch genügend Informationen gesammelt, um sich alles weitestgehend zusammenreimen zu können. Der eigentliche Entschluss war schnell gefasst. Er wollte den Rippern helfen, diese widerlichen Kreaturen vom Antlitz dieser Welt zu fegen. Seiner früheren Geliebten wegen – und seinem eigenen Seelenfrieden.

So begann Kilian neben der Behandlung von Rippern ebenfalls Monster zu jagen. Werwölfe und dergleichen verstörten ihn nun nicht mehr. Der traumatisierte, verwöhnte Jüngling war verschwunden. Der Schöngeist, das zarte Geblüt – fort. Zurück blieb ein harter und gnadenloser Ripper, der sich – wenn nötig – mit bloßen Fäusten gegen die Ausgeburten der Hölle zur Wehr setzte.

Dem war zumindest so, bis er eines Tages als Dozent an die Londoner Universität gebeten wurde. Nicht nur als Dozent, wie sich herausstellte. Auch als wahrhaftiges Mitglied einer neu gegründeten Loge. Entschlossen seine Fähigkeiten zu verbessern und England vom Abschaum zu reinigen, der diese Welt verschmutzte, zog er aus, sich Sir WIlliam Bentley und den anderen, noch unbekannten Rippern, die fortan seine Mitstreiter sein würden, anzuschließen.

(Zurück in Dublin blieb ihm nur seine Schwester Elizabeth, die sich um das Haus der Familie kümmerte und das Erbe verwaltete, nachdem ihre Eltern eines natürlichen Todes gestorben waren. Auch sie ist eingeweiht, beschloss jedoch sich nicht den Rippern anzuschließen.)

Dr. Kilian Doyle

Rippers Thesi