Rippers

Eine erlebnisreiche Reise nach Schottland

Fr., 22.01.
Ich habe schlecht geschlafen und wache schweißgebadet auf; schon wieder einer dieser Alpträume. Kurz hänge ich ihm in Gedanken nach, bemühe mich dann aber aus dem Bett. Heute trifft sich unsere Gruppe wieder in der Loge, nachdem wir eine Woche pausiert haben um etwas Gras über die Sache in Norwich wachsen zu lassen. Ich hoffe doch sehr, dass unsere künftigen Aufträge glimpflicher ablaufen werden…
Es ist bereits abends als das Treffen stattfindet und ich fühle mich immer noch nicht sehr gut, versuche es aber nicht auffallen zu lassen. Jeder erzählt ein wenig, was er die Woche über getrieben hat; Nicolai scheint sich bereits gut eingelebt zu haben und auch die anderen schienen alle wohlauf.
Die Stimmung wird etwas gedämpft als Sir Bentley in den Raum kommt und uns eine Ausgabe der Tageszeitung von Norwich auf den Tisch legt. Dort ist in einem größeren Artikel über das abgebrannte Haus und die Entführung von Sir Douglas zu lesen. Leider lesen wir ebenfalls, dass sich die Täterbeschreibung, die ein Bauernehepaar der Polizei gegeben hat, sich mit den Tätern des Überfalls auf einen Gentlemen´s Clubs in London deckt. Wir geben uns schuldbewusst und versprechen, in Zukunft vorsichtiger zu arbeiten.
Als sich die Stimmung wieder etwas lockert, klärt uns Sir Bentley auf, dass morgen Abend ein Treffen mit einigen unserer wichtigsten Geldgeber stattfinden wird. Er stellt uns diese kurz vor:
Es wird ein gewisser Sir Theodor Anderson anwesend sein, der nach eigenen Angaben von Engeln zu den Rippers geschickt wurde. Ebenso werden wir Lady Alice Beaufort treffen, deren Mann bedauerlicherweise von einem Werwolf umgebracht wurde, sowie einen Sir Edward Redwood, ein Industrieller in dessen Fabrik eine Hexenjagd endete und der sich daraufhin den Rippers als Unterstützer anschloss. Den restlichen Abend und nächsten Tag verbringen wir vorbereitend auf das Treffen. Schließlich ist nicht jeder in unserer Runde mit den üblichen Gepflogenheiten des wohlhabenden Standes vertraut.
Sa., 23.1. – Abend
Als es dämmert, treffen wir uns schließlich in der Loge, wo nach kurzer Zeit auch unsere drei Gäste eintreffen.
Wir unterhalten uns und es ist eine gemütliche Runde. Lady Beaufort setzt sich beim anschließenden Dinner direkt neben mich und da sie sie sich sehr interessiert an meiner Arbeit zeigt, erkläre ich ihr ein wenig über Ägypten. Dieses Land scheint sie wirklich sehr zu interessieren und ich blühe in meinen Ausführungen über die altägyptische Geschichte auf, da auch ich nicht leugnen kann, dass es eines der sehenswertesten Länder ist, in dem ich bisher war. Am Rande bekomme ich noch mit, dass sich Dr. Warringten mit Sir Redwood ansatzweise über Rippertech unterhält und dass sich unser Priester mit Sir Anderson auseinandersetzt, der allem Anschein nach aber etwas eigen zu sein scheint. Als ich aus dem Augenwinkel sehe, dass Alexander wohl gerade versucht, sich aus der Bredouille zu reden, muss ich etwas schmunzeln.
Als sich  die allgemeine Unterhaltung etwas gelegt hat, wendet sich Lady Beaufort nochmal an uns alle. In ihrem Gesicht ist Besorgnis zu lesen. Sie berichtet von einer Freundin ihrerseits, Lady Isabella Holly, die ihr von Problemen mit Werwölfen in Aberdeen, Schottland berichtet hatte. Bereitwillig erklären wir uns einverstanden, so bald wie möglich nach Schottland aufzubrechen. Ich freue mich bereits jetzt auf meine Heimat und hoffe, dass wir ebenfalls nach Edinburgh kommen werden. Dort gibt es eine größere, einflussreiche Loge, mit der zusammen zu arbeiten sicherlich von Nutzen wäre. Dazu hätte ich dort endlich wieder die Möglichkeit, meine Familie und meine Liebste zu besuchen.
Bevor das Treffen endet erhalten wir von Lady Beaufort noch 50 Pfund für die Reisekosten und ich selbst erhalte von Sir Bentley einige Silberkugeln für meine Schusswaffe, die ich mit der Aussicht auf Werwölfe dankend annehme.

Mo. 25.1.
Um 9 Uhr morgens sitzen wir bereits im Zug nach Schottland und sind schon gespannt auf unser nächstes Abenteuer. Da wir alle noch kein Frühstück zu uns genommen haben, gesellen wir uns im Speisewagen zusammen und holen dies dort nach. Ich versinke etwas in Gedanken und werde erst von Dr. Warringten aus Diesen gerissen, der meint ich sähe niedergeschlagen aus. In der Tat muss ich seit einer Weile an meine Liebste, Abigail White ist ihr Name, denken, die in Edinburgh auf mich wartet. Ich erzähle ein wenig von unserer gemeinsamen Vergangenheit und schwelge in Gedanken. Ich hoffe sehr, dass ich die Möglichkeit haben werde Sie zu treffen.
Wenig später berichtet uns Dr. Warringten flüsternden Wortes, er habe an einem Nebentisch ein Gespräch über einen merkwürdigen Mann belauscht. Ich sehe hinüber und erblicke zwei Paare, die dort sitzen und sich unterhalten.
Wir einigen uns, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Während Dr. Warringten, Nicolai und Alexander zurück in die 2. Klasse gehen, sehen Dr. Doyle und ich uns im Bereich der 1. Klasse um, wo auch die zwei Damen und Herren in ihre Kabine gegangen sind. Leider bleiben uns weitere Informationen verwehrt und wir setzen uns zur Ruhe, in der Hoffnung, dass nichts weiter dahinter steckt.
Etwas später bemerken wir, wie plötzlich der Zug stehen bleibt. Mittlerweile sind wir schon an die 6 Stunden unterwegs.Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster stellt sich heraus, dass wir mitten in wilder Landschaft stehen, weit uns breit keine Stadt in Sicht. Aufgebracht treffen wir uns wieder und bringen in Erfahrung, dass wohl ein Schaden an der Lok vorliegt und der Zug in wenigen Minuten weiterfahren sollte.
Nicolai und Alexander berichten uns, dass sie in der Zwischenzeit einen gewissen Herrn Gregory McBoyt getroffen haben, der alleine reist und vermutlich auch derjenige ist, über den die beiden Paare von vor einiger Zeit gesprochen haben. Es ließ sich anscheinend nichts weiter über ihn herausfinden, jedoch scheint er etwas zwielichtig zu wirken und so entscheiden wir uns, weiter auf der Hut zu sein.
Nachdem sich nun Nicolai zu Wort gemeldet hatte, er sähe etwas im Wald huschen, sind wir alarmiert und gehen nach draußen um nach der Lok zu sehen. Schließlich hätte der Zug schon vor geraumer Zeit weiterfahren sollen, was bisher aber noch auf sich warten lässt. Draußen bei den Mechanikern lässt sich jedoch nicht mehr herausfinden.
Ich bemerke, als ich neben Nicolai stehe, dass er sehr nervös ist und immer wieder zum Wald sieht. Sollten uns hier etwa schon die ersten Werwölfe begegnen?
Uns fröstelt es und wir entscheiden uns, wieder in den Zug zu gehen. Dr. Warringten wurde mittlerweile auch über Mr. McBoyt informiert und erklärt sich bereit zu versuchen mehr Informationen über ihn zu sammeln. Alle außer Dr. Warringten begeben sich wieder in den Speisewagen um dort unsere ausgekühlten Körper mit einer Tasse Tee zu wärmen.
Ich konnte schon die ganze Zeit beobachten wie Nicolai immer wieder nervös aus dem Fenster gesehen hatte und sehr angespannt schien. Als ich ihn jedoch gerade ansprechen will, steht er plötzlich auf und meint, erneut etwas im Wald gesehen zu haben. Bevor er noch allein nach draußen geht, wo es mittlerweile schon dunkel ist, stehen wir ebenfalls auf und folgen ihm nach draußen, wo bereits Schnee liegt und es entsprechend kalt ist. Dennoch entscheiden wir uns fackeltragend mit Nicolai zum Waldrand zu gehen und nachzusehen, was er dort immer gesehen hat.
Dort angekommen folgen wir einem knackenden Geräusch, dann verwischten Spuren im Schnee. Als die Spuren frischer werden, erkenne ich erst, dass es sich um Wildschweinspuren handeln muss! Just in diesem Moment hören wir die Pfeife des Zuges und nehmen unsere Beine in die Hand. Nicht auszumalen, was passieren würde, würden wir hier in der Nacht auf Wald und Wiese zurückbleiben!
Nicolai ist schon viel weiter vorn als ich Dr. Doyle noch rufen höre. Anscheinend sei Alexander gestürzt. Ich renne weiter. Beim Zug angekommen versuche ich abgehetzt, den Schaffner zu finden. Als ich bei ihm ankomme, erkläre ich nach Luft schnappend kurz die Situation. Glücklicherweise erklärt er sich einverstanden, den Zug noch warten zu lassen. Besorgt warte ich an der Zugtür auf Dr. Doyle, der Alexander stützt, an dessen Gesicht man ihm die Schmerzen bereits ansehen kann. Wir bringen ihn in die 2. Klasse, wo auch Nicolai und Dr. Warringten wieder zu uns stoßen.
Dr. Doyle kümmert sich sogleich um das verstauchte Bein des Priesters und versorgt ihn mit einer provisorischen Schiene sowie mit Morphium um die Schmerzen etwas zu lindern.
Als sich alle etwas beruhigt und aufgewärmt haben, erläutert uns nun Dr. Warringten, was bei seinem Gespräch mit Mr. McBoyt herausgekommen ist. Wir erfahren, dass er nach eigenen Angaben ein Antiquitätenhändler aus Schottland ist und dass Dr. Warringten ihm einen interessante Schriftrolle abnehmen konnte, nachdem er ihm mit etwas Morphium schlafen gelegt hatte. Als Alexander sich die Schriftrolle ansieht und durchliest erklärt er uns, dass es sich wohl um eine Art magischen Gebet handeln muss, mit dem einem für kurze Zeit das Fliegen ermöglicht wird. Ich habe ja schon viel erlebt und gesehen aber im Stillen beschließe ich, das erst zu glauben wenn ich es sehe. Wir entscheiden uns, die Rolle Dr. Doyle anzuvertrauen, da er mit dem eigentlich Besitzer bisher am wenigsten Kontakt hatte.
Kurze Zeit später teilen wir uns wieder auf und ruhen unseren Abteilen bis zum nächsten Morgen.
Di. 26.1.
(to be continued)

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Neuer Mitstreiter und neue Erkenntnisse
Tagebucheintrag von Alexander Blackwell, Januar 1892

Einige durchaus ereignisreiche Tage liegen hinter uns muss ich gestehen, so ereignisreich dass ich erst jetzt dazu komme all die Geschehnisse nieder zu schreiben.
Als wir nach Norwich aufbrachen hatte ich nicht erwartet dass uns Gott vor so viele Prüfungen stellen würde und noch weniger hatte ich erwartet dass wir uns als überaus ungeschickt erweisen würden.

Dr. Warringten hatte es dank seiner Beharrlichkeit geschafft uns in den Gentlemen’s Club einzuschleusen, jedoch musste er um seine und unsere Deckung zu wahren das Gebäude wieder verlassen. Mr Jones, Dr. Doyle und ich versteckten uns in der oberen Etage bis sich die Aufregung gelegt hatte und wir es wagten konnten die dortigen Räumlichkeiten zu erkunden. Ich bewunderte Mr Jones und Dr. Doyles selbstsicheres auftreten als sie auf einen Angestellten trafen welchen sie mit ihrer Wortgewandtheit erfolgreich zum gehen bewegen konnten.

Als die Luft rein war begannen wir den großen Raucherraum zu durchsuchen, jedoch konnten wir nichts wichtiges entdecken außer den zu erwartenden Zigarrenstummeln. Nach reichlicher Überlegung entschlossen wir uns wieder nach unten zu begeben um uns unter die Mitglieder zu mischen obwohl ich deutliche Zweifel verspürte mich in der Gesellschaft der edel gekleideten Herren einfügen zu können.

Meine Zweifel sollten sich leider bestätigen als der Garderobiere uns trotz unserer (von Dr.Warringten gestohlenen) Ausweise als Nichtmitglieder identifizieren konnte. Um unentdeckt zu bleiben mussten wir leider zu härteren Mitteln greifen. Meine beiden Gefährten überwältigten den Mann mit Leichtigkeit, fesselten ihn und zerrten ihn anschließend in den angrenzenden Raum in dem die Mäntel und Jacken der Gentlemen aufbewahrt wurden. Als wir den Knebel entfernten um den Garderobiere zu befragen begann dieser leider zu schreien, woraufhin Dr. Doyle ihn leider außer Gefecht setzten musste. Ich war überwältigt und erstaunt von seiner Stärke, welche ich ihm nicht zugetraut hätte! (Wahrlich verblüffend, als auch beeindruckend!)

Leider hatte der Portier, welchen Dr. Warringten zuvor überlisten konnten, die Schreie vernommen und wollte seinem Kollegen zur Hilfe eilen weshalb wir leider auch ihn in Gewahrsam nehmen mussten. Er war jedoch weitaus kooperativer. Er erzählte uns dass sein Kollege, Steve, gesehen hatte wie ein Mitglied des Gentlemen’s Clubs näheren Umgang mit dem Prinzen pflegte und dass er seine Vermutungen niedergeschrieben hatte.

Nach einigen weiteren Unannehmlichkeiten hatten wir letztendlich auch den Schlüssel gefunden welcher uns den Zugang zu den persönlichen Habseligkeiten gewährte. Schnell fanden wir das Tagebuch des Angestellten und versuchten so schnell wie möglich den Gentlemen’s Club zu verlassen. Glücklicherweise gelang uns dies auch ohne weitere Zwischenfälle. (Es erleichtert mich dass niemals jemand von dieser Peinlichkeit erfahren wird. Die anderen Logen würden uns niemals ernst nehmen wenn sie wüssten dass wir einen solch einfachen Auftrag so ungeschickt bewältigt hatten.)

Als wir wieder zu Dr. Warringten stießen stellen wir fest dass uns Sir Bentley Verstärkung geschickt hatte. Ein großgewachsener Russe namens Nikolai Arno. Wir informierten beide flüchtig über die Geschehnisse im Club ehe wir uns eine Taverne suchten in der wir das entwendete Tagebuch genauer ansahen. Daraus konnten wir entnehmen, dass ein gewisser Theodor Douglas dem Prinzen verdächtig nahe gekommen war. Steve berichtete davon dass er gesehen habe wie er Prinz Albert Victor etwas in seine Getränke gemischt hatte, doch als er seinen Vorgesetzten davon erzählte wollte ihm keiner glauben.

Wir hingegen sahen darin einen brauchbaren Hinweis! Wir teilten uns auf und hörten uns um. Erneut war es Dr. Warringten der uns in unserer Mission weiter voran brachte. Er hatte herausfinden können dass Theodore Douglas etwas außerhalb von Norwich hauste. Da sich das Anwesen jedoch vier Meilen entfernt befand hatten wir beschlossen uns erst am nächsten Tag auf den Weg zu machen und uns in unseren Gaststätten oder Hotels zur Ruhe zu legen. Dr. Doyle hatte mir das Angebot gemacht auf seine Kosten in seiner Unterkunft zu hausen, doch konnte ich das großzügige Angebot nicht annehmen, da ich meinem Mitstreiter nicht auf der Tasche liegen wollte.

Am nächsten Tag organisierten wir eine Kutsche womit wir, dank Dr. Doyles Hilfe, zu Mr Douglas Anwesen gelangten. Wir beschlossen gemeinsam dass es wohl das beste wäre unseren Mr Jones und Dr Doyle vorzuschicken, da ihre noble Erscheinung vermutlich weniger auf Ablehnung stoßen würde als Dr. Warringtens, Mr Nikolais und mein im Vergleich simples Auftreten.

Als sie zurück kamen berichteten sie uns davon dass auf ihr Klopfen keiner reagiert hatte, sie jedoch eindeutig Stimmen vernehmen konnten. Ich muss zugeben dass ich mich über unsere nicht sonderlich ehrenhafte Vorgehensweise schäme, doch blieb uns keine andere Wahl als uns selbst Zutritt durch die Kellerluke zu verschaffen. Erneut beschlossen wir (nachdem Dr. Warringten sein Gelüst nach dem sich in der Speisekammer befindlichen Schinken gestillt hatte) uns aufzuteilen.

Mr Nikolai blieb bei dem Herrn Doktor während ich mich Dr. Doyle und Mr Jones anschloss um das obere Stockwerk zu erkundigen. Wir mussten jedoch feststellen dass die Stimmen von zuvor verstummt waren und sich eine unangenehme Stille über das Anwesen gelegt hatte, welche zur besonderen Vorsicht aufrief. Wir mussten außerdem feststellen, dass das Zimmer in dem Mr Jones zuvor die Stimmen gehört hatte verschlossen war.

Bevor ich mich versah ging alles drunter und drüber. Feuer war im Keller ausgebrochen und Dr. Warringten und Mr Nikolai stießen zu uns. Nahezu verzweifelt versuchten wir die Tür zu dem verschlossenen Raum aufzubrechen in der Hoffnung etwas zu finden das uns in unserem Auftrag weiterhelfen würde. Mit vereinten Kräften konnten wir letztendlich die Tür aufbrechen und einen Mann vor dem sicheren Feuertod retten. Unser Forscher, Mr Jones, konnte außerdem ein weiteres Tagebuch sicher stellen. Während Mr Nikolai sich den ohnmächtigen Mann über die Schulter warf schaffte es Dr. Doyle eines der Küchenfenster einzuschlagen, durch welches wir alle entkommen konnten.

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Kaum hatten wir das brennende Haus verlassen sichteten wir zwei Gestalten in der Ferne welche versuchten von dem Gelände zu fliehen. Während Dr. Doyle und Nikolai sich auf den Weg zur Kutsche machten um den bewusstlosen Mann zu versorgen rannten die restlichen von uns hinterher. Da ich mir in meiner Not nicht anders zu behelfen wusste bat ich Gott darum mir die Kraft zu geben die Flüchtenden zu stoppen – was mir auch gelang. Leider hatte ich meine Kraft falsch eingeschätzt und eine der Frauen schwer verletzt, während ich die andere Dame zu Boden geworfen hatte.

Mr. Jones und Dr. Warringten kümmerten sich um die beiden und führten sie (die eine Frau in Ketten gelegt) zur Kutsche während ich mich innerlich dafür schalt so rücksichtslos gehandelt zu haben. Meine Schuldgefühle verstärkten sich um so mehr als die Dame unter Tränen beteuerte eine Bedienstete von Mr Douglas zu sein die nichts weiter wollte als Hilfe zu holen. Ich bat Dr. Warringten darum sie von den Ketten zu lassen, doch er hörte nicht auf mich…letztendlich eine sehr weise Entscheidung wie sich später herausstellen sollte.

Bei der Kutsche angekommen hatten unsere Mitstreiter darüber informiert dass es sich bei dem ohnmächtigen Mann in der Tat um Theodore Douglas handelte. Der Mann war während unseres Gefechts kurz zu Bewusstsein gekommen und hatte Dr. Doyle und Mr Nikolai vor zwei Hexen gewarnt. Leider konnte er sich nicht lange genug wach halten um die Damen zu identifizieren, weswegen wir noch immer im Zweifel waren. Wir entschieden uns dafür uns erst einmal um Mr Douglas zu kümmern, welcher dringend Hilfe benötigte.

Da wir nun drei Leute mehr waren mussten wir uns regelrecht in die Kutsche quetschen. Mr Nikolai saß neben der gefesselten Dame während Mr Jones und ich die bewusstlose Frau auf unseren Schoß gehievt hatten. Aus dem winzigen Fenster konnte ich erkennen wie wir bei einem Bauernhof einbogen. Ich weiß nicht genau was dann vor sich ging, doch Dr. Warringten und Dr. Doyle brachten Mr Douglas ins innere des Bauernhofes, während ich mit meinen anderen Gesellen in der Kutsche wartete.

Mir fiel auf wie eine der Frauen versuchte unbemerkt etwas unter ihrem…nun, unter ihrem Rock hervorzuziehen, weswegen ich Nikolai darum bat nachzusehen. (Ich konnte nicht von mir behaupten dass ich ein Feigling war, doch ich hatte noch nicht einmal die Knie einer Frau gesehen und ich wollte es gerne weiterhin so handhaben.) Hervor kam ein Dolch mit dem sie sich vermutlich freikämpfen wollte.

Nur wenige Augenblicke später schlug sie erneut zu, dieses mal aber mit Erfolg. Ehe ich mich versah hatte ich eine üble Wunde, welche mich im darauf folgenden Gefecht auf schmerzliche Weise einschränkte. Gott sei Dank hatte ich meine Gefährten an meiner Seite welche mir halfen die beiden Hexen zu beseitigen.
Mr Nikolai sagte mir ich sei ihm nun etwas schuldig, was genau das bedeuten soll weiß ich aber nicht genau. Mr Jones brachte mich dann zu unseren beiden Doktoren, welche sich fürsorglich und kompetent um meine Verletzung kümmerten. Ich fühlte mich schlagartig besser und ich bin mir sicher dass diese Verletzung keine weiteren Folgen nach sich ziehen wird. Ich bin ihnen allen sehr dankbar.

Nach geraumer Zeit in der alle versorgt und stabilisiert wurden machten wir uns weiter auf den Weg nach Norwich. Unterwegs entledigten wir uns noch den Leichen. Dr. Warringten entnahm ihnen Blut und untersuchte ihre Körper. Natürlich sah ich dabei weg, da ich mir nicht sicher war ob ich das sehen wollte. Im Nachhinein erzählte er mir dass er den Hexen Zähne und Blut für Forschungszwecke entnommen hatte…ich bin bereits gespannt was er uns darüber erzählen können wird. Nachdem wir die Leichen verbrannt hatten kehrten wir in eines der Hotels zurück und warteten darauf dass Mr Douglas wieder zu Bewusstsein gelangen würde.

Als er wieder gänzlich bei sich war konnten wir dank ihm und seinen Aufzeichnungen das Geheimnis um Prinz Albert Viktors erneute Erkrankung lüften. Mr Douglas hatte mit den Hexen eine Abmachung getroffen: Wenn er sich ihren dunklen Machenschaften verschreiben würde, so würden sie ihm im Gegenzug zu Reichtum verhelfen.
Also hatte er versucht den Prinzen zu vergiften während er sich in seinem eigenen Hab und Gut weidete.
Ich riet Mr Douglas zu einer Beichte auf dass seine Sünden vergeben werden würden, doch er schien meinem Vorschlag nicht viel abverlangen zu können.
Dank Mr Jones konnten wir ihm noch weitere Informationen entlocken, zum Beispiel dass das Gift von den Hexen angemischt und anschließend Mr Douglas überreicht wurde. Außerdem hatte der Mann versucht aus dem Deal auszusteigen, doch war es ihm nicht gelungen. Die Angst hatte ihn weiter angetrieben für die Hexen zu arbeiten. Dennoch fiel es mir schwer Mitleid für den Mann zu empfinden..vermutlich muss ich an meiner Fähigkeit zu vergeben noch arbeiten.

Nach einer kurzen Besprechung entschieden wir uns dagegen noch eine weitere Nacht in Norwich zu bleiben, also packten wir unsere Habseligkeiten und machten uns – mitsamt Mr Douglas – auf den Weg nach London, wo wir ihn der Van Hellsing Loge übergaben, welche den Herrn in ihren Zellen in Gewahrsam nahmen.

Wir nutzten die verbleibenden Stunden des Abends dazu Sir Bentley von den Geschehnissen zu unterrichten. Auch konnte ich herausfinden dass es sich bei dem Dolch den wir der Hexe abnehmen konnten um ein verfluchtes Objekt handelt. Ich war mir sicher dass durch ihn zugefügte Wunden nur auf natürliche Heilung wieder abklingen würden.

Allerdings gab es auch eine mehr als schlechte Nachricht. Trotz unserer Bemühungen herauszufinden was Prinz Albert Viktor fehlt und was zu seiner Erkrankung beigetragen hatte konnten wir ihm nicht helfen. Der Prinz verstarb am 14. Januar 1892 an den Folgen seiner Vergiftung.

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Für die kommende Woche kündigte Dr Warringten an, dass er die folgenden Tage mit der Erforschung der Substanzen verbringen würde. Außerdem müsse er in der Klinik arbeiten, sagte er. Auch Mr Hugh erzählte mir dass er seinem Handwerk nachgehen würde, während Nikolai bei Dr. Warringten untertauchen würde. Zudem erwähnte er dass er sich gerne London ansehen würde, da er noch nie zuvor hier gewesen ist. Ich bewunderte ihn für seinen Neugierde. Ich glaube wenn ich ein gesuchter Krimineller wäre hätte ich es nicht gewagt auf den Straßen umherzuwandern.

Ich werde vermutlich die kommenden Tage damit verbringen den Menschen in den Armenvierteln zu helfen. Die Menschen brauchten jemand der sich um sie kümmerte, und wenn es niemand außer mir tun würde war ich gerne bereit zu helfen. Zudem hat mich Dr. Doyle zu einer seiner Vorlesungen eingeladen. Eine solch freundliche Einladung konnte ich keines Falls abschlagen. Außerdem war ich sehr interessiert daran was ich wohl neues über das menschliche Verhalten erfahren würde.

Nun sollte ich meine Aufzeichnungen aber beenden. Es ist schon spät und das Licht meiner Kerze nahezu erloschen. Ich bin erschöpft von der langen Reise und sehne mich nach meinem hoffentlich wohl verdienten Schlaf. Daher werde ich mich nach meinem allabendlichen Gebet zur Ruhe legen.

Auf dass unsere zukünftigen Missionen ohne solch unnötigen Komplikationen von Statten gehen und wir alle gute Freunde werden. Und möge Gott uns beistehen.

Tum Deus misereatur tui.

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Erste Ermittlungen
Extracted Notes Dr. phil K. Doyle, London/Norwich, January 1892

Auf Einladung eines gewissen Sir William Bentley’s nach London einberufen, traf ich in einem landestypischen Lokal auf die anderen neuen Mitglieder und meine wohl zukünftigen Mitstreiter dessen Loge. Bereits beim ersten Kennenlernen war ersichtlich, dass es sich um eine kuriose Ansammlung an Idividuen handelt. Sowohl Doktoren – wenn sie auch unterschiedlicher nicht hätten sein können – als auch ein Pfarrer waren zugegen. […]

Naturellement ließ die erste Begegnung mit dem ‘Feind’ nicht lange auf sich warten. Kaum, dass wir das Lokal verließen, stießen wir auf eine betagte Roma, die dem Kleriker (Alexander Blackwell) eine rätselhafte Botschaft aus der Hand las.

Hütet euch vor dem Sohn der zwei Väter!

Noch am selben Abend sollte ihr Sohn von einem Hyde getötet worden sein und wir hatten unseren ersten Kampf als ‘Team’ absolviert. In der Tat verblüffend – die unerwartete Gewalt, mit der Blackwell unseren Widersacher zur Strecke brachte. Der anschließende Kontakt mit der Londonder Polizei war jedoch weniger erfreulich; besonders, wenn man halbtags als öffentliche Person an der Universität hierzugegen doziert. Ebenfalls unerfreulich: Sowohl Leiche als auch die Mutter des Verstorbenen waren verschwunden. […]

[…] Die Loge als solche mag zwar klein und teils vielleicht sogar dürftig sein (forschungswegen), dennoch erfüllt sie alle wesentlichen Ansprüche und verfügt zumindest über eine halbwegs annehmbare Bilbliothek. […]

An diesem verschneiten, grauen Tag entschlossen wir uns, unsere Nachforschungen zu starten und statteten den Zelten und Planwagen der hiesigen Roma einen Besuch ab, in der Hoffnung mehr über den Verbleib der Dame zu erfahren. Ohne Erfolg.

Auch versuchten wir Rechergen zu einem sich in der Kleidung des vortags hingerichteten Hydes befindlichen Zettels anzustellen. (Wer ist ‘Omega’? Was ist eine ‘Biosphäre’?) Wir kontaktieren selbst Van Helsing’s weitaus größere und einflussreichere Loge. Auch dieses Unterfangen war nicht von Erfolg gekrönt. […]

[…] Zu späterer Stunde setzten wir die Ermittlungen fort, indem wir uns in den umliegenden Lokalen einmal umhörten. Mindestens ein Paar Augen und Ohren sah bzw. hörte immer etwas! Und das galt es sich zu Nutzen zu machen. Während sich Alexander und unser fragwürdiger Arzt (Dr. Edward Warrington) in einem eher pöbelhaften Pub umhörten, beschlossen der Forscher (Dr. Hugh Jones) und ich uns in Gefilde unseres sozialen Statuses entsprechend zu begeben. Dank eines Mannes namens John Bell und eines spendierten Bieres erfuhren wir, dass die vermisste Roma-Dame in der Tat verschleppt wurde. Sobald wir den Straßennamen erfahren hatten, machten wir uns auf den Weg die anderen zu finden und schließlich besagter Straße zu folgen.

Wie sich herausstellte, eine im Nachhinein wohl peinlich offensichtliche Falle. Ein weiterer Hyde lauerte bereits auf uns. Die Frau und ihr Sohn lagen tot in der Kanalisation, die sich unter dem Gullideckel erstreckte. Wieder kam es zum Kampf und wieder war es schlussendlich Blackwell, der die Kreatur richtete. Obgleich er (zumindest im Umgang mit uns) eine eher zarte Seele zu sein scheint, die ganz auf Gottes Kraft und Segen vertraut, zeigt sich im Kampf jedoch eine Seite, die anmuten lässt, dass noch mehr in ihm schlummert, als er offen zulässt. Beunruhigend mehr? Das gilt es herauszufinden. Nichtsdestotrotz ein faszinierender Bursche. Mein Interesse ist geweckt. […]

Die folgenden Tage verstrichen ohne besondere Zwischenfälle. Da wir keinerlei weiterführende Anhaltspunkte hatten, gingen wir stattdessen unseren ‘normalen’ Tätigkeiten nach. […]

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[…] Ein Zeitungsartikel erregte unsere Ausmerksamkeit. Anscheinend war der noch recht junge Prinz Albert Victor erneut erkrankt. Da die Umstände der Krankheit von Mal zu Mal dubioser wirkten, beschlossen wir der Sache nachzugehen, in der Hoffnung auf einen bedeutenden Anhaltspunkt oder zumindest eine Spur zu stoßen.
Wir reisten nach Norwich um einen Ort aufzusuchen, den der Prinz erst kürzlich besucht hatte. Den Gentlemen’s Club. Allein das Betreten ebendieses schien sich als äußerst kompliziert zu erweisen, wurde uns doch aufgrund nichtbestehender Mitgliedschaft der Zutritt verwährt. Verständlich beim gemeinen Volk, doch bei Dr. Jones und mir? Welch Frevel!

Auf wundersame Weise schaffte es jedoch unser Arzt sich Zutritt zu verschaffen. Mit purer Stumpf- und Dreistheit. Bemerkenswert! Ihm gelang es sogar, uns einzuschleusen. Einmal drinnen, teilten wir uns auf – Dr. Warrington ging um seine Tarnung aufrecht zu erhalten und der Rest von uns erkundete die oberen Räumlichkeiten.

Ob unser Unterfangen diesmal von Erfolg gekrönt sein wird? Ob wir einer vollkommen falschen Spur folgen und triviale Wehwehchen eines Adligen falsch interpretieren oder uns gar in mehr Gefahr begeben als voerst angenommen? Wir werden sehen…

- K.D. (alias Dr. S)

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Welcome to your campaign!
A blog for your campaign

Wondering how to get started? Here are a few tips:

1. Invite your players

Invite them with either their email address or their Obsidian Portal username.

2. Edit your home page

Make a few changes to the home page and give people an idea of what your campaign is about. That will let people know you’re serious and not just playing with the system.

3. Choose a theme

If you want to set a specific mood for your campaign, we have several backgrounds to choose from. Accentuate it by creating a top banner image.

4. Create some NPCs

Characters form the core of every campaign, so take a few minutes to list out the major NPCs in your campaign.

A quick tip: The “+” icon in the top right of every section is how to add a new item, whether it’s a new character or adventure log post, or anything else.

5. Write your first Adventure Log post

The adventure log is where you list the sessions and adventures your party has been on, but for now, we suggest doing a very light “story so far” post. Just give a brief overview of what the party has done up to this point. After each future session, create a new post detailing that night’s adventures.

One final tip: Don’t stress about making your Obsidian Portal campaign look perfect. Instead, just make it work for you and your group. If everyone is having fun, then you’re using Obsidian Portal exactly as it was designed, even if your adventure log isn’t always up to date or your characters don’t all have portrait pictures.

That’s it! The rest is up to your and your players.

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